Blaubeeren mit Wasser statt Milch unterstützt blutdrucksenkende Wirkung
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Blaubeeren mit Wasser statt Milch unterstützt blutdrucksenkende Wirkung

Blue berries

Blaubeeren mit Wasser statt Milch unterstützt blutdrucksenkende Wirkung

Wer seinem Blutdruck durch den Verzehr von Beeren etwas Gutes tun will, der sollte diese Früchte nicht mit Milch zu sich nehmen..

Folgender Text ist eine sinngemäße Übersetzung der großartigen Arbeit von Dr. Michael Greger und seinem Creative-Commons-Beitrag auf nutritionfacts.org::
Harvard-Studien, in denen mehr als ein Jahrzehnt lang mehr als 100.000 Frauen beobachtet wurden, kamen zum Ergebnis, dass diejenigen, die die meisten Anthozyane konsumierten (das sind die hell gefärbten Pigmente in Beeren, wie Blaubeeren und Erdbeeren) eine um 8 % verringertes Risiko hatten, hohen Blutdruck zu entwickeln. Dabei aß die Untersuchungsgruppe lediglich sechs Erdbeeren bzw. nur 11 Heidelbeeren pro Tag.

Vielleicht haben ja die größten Beerengenießer zufällig andere gesunde Gewohnheiten, die dem Blutdruck guttun? Schließlich wird man Blaubeeren eher auf ein Müsli streuen als über Speck und Eier. In den Studien wurden daher auch Faktoren wie der Konsum von Vollkornprodukten, Ballaststoffen und Salz betrachtet, sowie Rauchgewohnheiten, sportliche Aktivität und ein Bündel anderer Punkte: Der Nutzen der Beeren blieb dabei bestehen. Sicher weiß man es allerdings erst, wenn dieser vermutete Beerenkonsum-Blutdruck-Zusammenhang auf die Probe gestellt wird:

Eine randomisierte, doppelt blinde, placebo-kontrollierte klinische Studie verrät bereits in ihrem Titel das spannende Ergebnis: Der tägliche Konsum von Heidelbeeren verbessert den Blutdruck.
Frägt man sich: Wie kann mit einem Lebensmittel eine doppelblinde Studie durchgeführt werden? Wie kann man einer Testperson eine Placebo-Heidelbeere unterjubeln?
Für die Tests wurden ganze Heidelbeeren verwendet – etwa die Menge eine Tasse – diese aber pulverisiert. Das entsprechende Placebo-Pulver enthielt die gleiche Menge an Zucker und Kalorien wie das Pulver aus den echten Heidelbeeren. Die Testpersonen in der Placebo-Kontrollgruppe zeigten während der achtwöchigen Studie keine wirkliche Veränderung ihres Blutdrucks. Sie begannen mit 138 zu 79 und hatten am Ende 139 zu 80. Die echte Heidelbeergruppe hatte am Anfang der Testperiode einen Blutdruck von 138 zu 80, der am Ende der 8 Wochen auf 131 zu 75 gefallen war. Ein statistisch signifikanter Rückgang.
Nun ist ein Blutdruck von 131 immer noch zu hoch. Man möchte 120 oder sogar 110 haben, also können uns Blaubeeren allein offensichtlich nicht komplett heilen. Die Tatsache aber, dass wir eine klinisch signifikante Verbesserung einer tödlichen Krankheit erzielen könnten, indem wir unserer Ernährung nur ein einziges Lebensmittel hinzufügen, ist jedoch ziemlich beeindruckend.

Ist nun mehr davon besser? Wie wäre es mit der doppelten Dosis, also zwei Tassen frische Heidelbeeren pro Tag? Die Tests zeigten zwar die gleiche signifikante Blutdrucksenkung, schienen allerdings den Blutdruck auch nicht noch weiter zu senken. Schon eine Tasse Blaubeeren wirkt also. Weniger Beeren könnten vielleicht auch funktionieren, dies wurde aber noch nie getestet.

Insgesamt gab es bisher fünf interventionelle Studien zu den Auswirkungen von  Heidelbeeren auf den Blutdruck. Und jetzt, Achtung, kommt’s: Wenn wir alle diese Studien zusammentragen zeigen die Ergebnisse keine klinische Wirksamkeit!

Wie bitte? Gerade haben wir von zwei Studien berichtet, in denen es diese wunderschöne Wirkung gab. War das nur ein Auswählen der besten Ergebnisse?
Nun, wenn man sich die Studien genau ansieht, wurden die Heidelbeeren bzw. das Heidelbeerpulver in den beiden oben präsentierten signifikant blutdrucksenkenden Studien mit Wasser zubereitet. Die Heidelbeeren in den nicht-signifikanten Effektstudien wurden jedoch mit Joghurt und Smoothies auf Milchbasis zubereitet.

Um den Widerspruch der Ergebnisse aufzulösen: Milch kann die antioxidative Aktivität von Blaubeeren beeinträchtigen. Und so wurde dies getestet:
Freiwillige aßen eineinhalb Becher Heidelbeeren mit Wasser oder mit Milch, und die Milch blockierte die Aufnahme einiger Phytonährstoffe, aber nicht andere. Werden Blaubeeren alleine oder mit Wasser verzehrt, schießt die antioxidative Kraft in unserem Blut innerhalb einer Stunde nach oben und bleibt bis fünf Stunden danach erhöht. Ganz anders in der Kombination mit Milch: Hier entsteht nicht nur kein Anstieg, sondern die Antioxidantien sind sogar weniger als vorher. Obwohl man eine ganze Schüssel Heidelbeeren gegessen hat, hatte man weniger antioxidative Kapazität im Körper und das nur, weil diese zusammen mit Milch verzehrt wurden. Kein Wunder also, dass das Mischen von Heidelbeeren mit Joghurt oder Milch die blutdrucksenkende Wirkung aufheben kann.

Interessanterweise kann Vollmilch die Nährstoffaufnahme am meisten hemmen, ähnlich dem, was man beim Hinzufügen von Milch zu Tee findet: Doppelt soviel Reduktion der in vitro Antioxidantienwerte bei Vollmilch im Vergleich zu Magermilch. Interessant dabei ist, dass man bislang dachte, das Milchprotein sei hier der Täter. Diese neuen Ergebnisse deuten allerdings darauf hin, dass auch das Milchfett eine gewisse Beteiligung an einer Nährstoffblockade haben kann.

Text auf Basis von ©nutritionfacts.org https://nutritionfacts.org/video/benefits-of-blueberries-for-blood-pressure-may-be-blocked-by-yogurt/, darin zitierte Quellen:

Cassidy A, Bertoia M, Chiuve S, Flint A, Forman J, Rimm EB. Habitual intake of anthocyanins and flavanones and risk of cardiovascular disease in men. Am J Clin Nutr. 2016;104(3):587-94.

Cassidy A, O’reilly ÉJ, Kay C, et al. Habitual intake of flavonoid subclasses and incident hypertension in adults. Am J Clin Nutr. 2011;93(2):338-47.

Johnson SA, Figueroa A, Navaei N, et al. Daily blueberry consumption improves blood pressure and arterial stiffness in postmenopausal women with pre- and stage 1-hypertension: a randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial. J Acad Nutr Diet. 2015;115(3):369-77.

Basu A, Du M, Leyva MJ, et al. Blueberries decrease cardiovascular risk factors in obese men and women with metabolic syndrome. J Nutr. 2010;140(9):1582-7.

Zhu Y, Sun J, Lu W, et al. Effects of blueberry supplementation on blood pressure: a systematic review and meta-analysis of randomized clinical trials. J Hum Hypertens. 2017;31(3):165-171.

Xiao D, Sandhu A, Huang Y, Park E, Edirisinghe I, Burton-freeman BM. The effect of dietary factors on strawberry anthocyanins oral bioavailability. Food Funct. 2017;8(11):3970-3979.

Serafini M, Testa MF, Villaño D, et al. Antioxidant activity of blueberry fruit is impaired by association with milk. Free Radic Biol Med. 2009;46(6):769-74.

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